6. Juni 2012

Authentizität – Echtheit – ist ins Gerede gekommen. Hat irgendwie an Glaubwürdigkeit verloren,oder!?

Seit sich PR Experten des Themas angenommen und Top Manager kommunikationstechnisch fein-ge-tuned haben, weiß man oft nicht mehr so recht , wen man eigentlich vor sich hat. Und vor allem, was diese Person nun wirklich zu sagen hat.  Oder wofür sie steht.

In der Welt der Politik ist dieses Verhalten häufig komisch. Manchmal sogar lächerlich.

In der Welt der Wirtschaft nachgerade fatal. Denn Führungskräfte, die für ihre Mitarbeiter nicht greifbar, nicht spürbar, nicht erkennbar sind, haben auch nicht die Fähigkeit echte Beziehungen zu ihren Mitarbeitern aufzubauen. Beziehungen, die auf gegenseitigem Vertrauen, Respekt und Glaubwürdigkeit beruhen. 

Ich breche hier eine Lanze für Authentizität. Wohl wissend, wie schwer es ist ,durchgängig und auf Dauer authentisch – ganz man selbst – zu sein.

Zuallererst bedeutet echt sein, sich seiner Gefühle, Motive und Werte bewußt zu sein. Und diesen entsprechend zu handeln. Immer. 

Authentizität gibt es nur, wenn die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Selbst-Wahrnehmung vorhanden ist. Und der Wille, daraus zu lernen. Reflexion ist noch kein Wert an sich. Nur in Verbindung mit dem Willen, das Erkannte zur persönlichen Entwicklung zu nutzen und in Handlungen umzusetzen.

Stellen Sie sich vor eine, eher steife und unpersönliche, Führungskraft wird auf “Sie müssen einfach ganz authentisch rüberkommen”  getrimmt und streut bei Zusammentreffen mit Mitarbeitern plötzlich persönliche Statements ins Gespräch ein oder erzählt Geschichten von der geliebten Großmutter in Italien.

Womit haben wir es dann zu tun? Mit einer authentischen Person? Ganz echt, ganz sie selbst?  Oder mit einem Fake?

Das ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Aber es ist spürbar.

Authentisch ist es nur dann, wenn diese Person sich ihrer steifen, unpersönlichen Art mit Mitarbeitern umzugehen bewußt wurde, sich mit den Ursachen, Gründen und Auswirkungen dieses Verhaltens beschäftigt und beschlossen hat, dies zu ändern.

Dann haben wir es mit jemandem zu tun der daran arbeitet, Nähe und Vertrauen aufzubauen und Barrieren abzubauen.

Ohne die Phasen – Reflexion, Erkenntnis, Lernen und Umsetzung – haben wir es mit einer “Inszenierung” zu tun. Inszenierte Authentizität. Eine Fehlentwicklung. Ein Fake.

Machen Sie niemals den Fehler, ihre Mitmenschen zu unterschätzen. Menschen spüren ganz genau, ob Sie echt sind oder nicht. Ob Sie an echtem Kontakt interessiert sind oder nur vorgeben es zu sein.

Nehmen Sie die Herausforderung an. Zeigen Sie Mut. Seien Sie echt.

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